WFK

2025-marx-geissel-buergerraete-particitainment

Zur aktuellen Nutzung von Bürgerräten – zwischen Idealisierung, Cherry-Picking und Particitainment

Marx, Alan; Geißel, Brigitte · · GWP – Gesellschaft. Wirtschaft. Politik, 74(2), 184–193. Verlag Barbara Budrich

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added_by: claude-sonnet-4-6@prompts/source-extraction.v1.md. Peer-reviewed DE-Fachzeitschrift (Politikwissenschaft/Soziologie). Budrich-Journals Landing-Page direkt verifiziert. Zentrale These: Bürgerräte laufen Gefahr, symbolisch genutzt zu werden statt substanziell — durch (a) schwache Integration in laufende Gesetzgebung, (b) strukturelle Abhängigkeit von politischen Entscheidungsträgern. 'Particitainment' operational definiert als Format, das Bürger:innen einbezieht, aber keine echte Einfluss-Möglichkeit bietet. 'Cherry-Picking-Problem': Empfehlungen aus Bürgerräten werden selektiv oder gar nicht übernommen. IPCC-Confidence: medium (methodisch-transparent, peer-reviewed, aber Case-Study-Anker auf deutsche Bürgerräte).

Key Findings

  • „Particitainment" wird operational definiert als „Format, das Bürger:innen einbezieht, aber keine echte Einfluss-Möglichkeit auf politische Entscheidungen bietet."
  • Cherry-Picking-Problem: Empfehlungen aus Bürgerräten (u.a. Bürgerrat Ernährung) werden selektiv oder gar nicht in laufende Gesetzgebung übernommen.
  • Strukturelle Risiken: (a) schwache Integration in laufende Gesetzgebung, (b) strukturelle Abhängigkeit von politischen Entscheidungsträgern.
  • Kernfolgerung: Nachhaltige demokratische Stärkung kann nicht allein auf top-down Bürgerräten beruhen; Umsetzung muss sich an institutionellen Präferenzen der Bürger:innen orientieren.
  • Selbst bei perfekter demografischer Repräsentativität kann ein Bürgerrat als Particitainment scheitern, wenn Cherry-Picking durch politische Akteure greift.

Relevance for WFK

K3-Quelle (Tier-3-EU/Global akademisch, peer-reviewed Methoden-Kritik) zu WFK-7.1.1. Adressiert den fehlenden methodisch-fundierten Kritik-Anker zur Bürgerrat-Wirkungs-Limit-Frage. Die Brief-Aussage „dokumentierter Selbst-Selektions-Bias beim Wiener Klimateam" wird durch eine strukturelle Kritik ergänzt: Wirkungs-Defizite entstehen durch institutionelles Cherry-Picking, nicht nur durch demografische Selektionsprobleme. Phase-2-Watch-Kandidat für WFK-8.1.1 (Deliberations-Kritik-Achse). IPCC-Confidence: medium.

Citation

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  title   = {Zur aktuellen Nutzung von Bürgerräten – zwischen Idealisierung, Cherry-Picking und Particitainment},
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  doi     = {10.3224/gwp.v74i2.07},
  url     = {https://budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/46034}
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