2024-cluster2-boku-passive-cooling-strategies-vienna
Passive Cooling Strategies for the Viennese Building Stock — Verschattung, Bauteilaktivierung und Nachtlüftung im Gründerzeit- und Nachkriegsbestand
BOKU — Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Bauphysik und Bauökologie · · BOKU Working Paper Series — Bauphysik & Klimaresiliente Architektur
Bibliographische Details
- Abgerufen
Notizen
AT-Secondary für WFK-2.2.1. Bündelt simulationsbasierte und Feldstudien der BOKU zu passiver Gebäudekühlung im typischen Wiener Bestand (Gründerzeit, Zwischenkriegs- und Nachkriegsbau). Stützt die These, dass passive Maßnahmen den Kühlbedarfs-Anstieg substanziell dämpfen können, bevor aktive Kühlung greift.
BOKU — Passive Cooling für Wiener Bestand
Key Findings
- Simulationen über repräsentative Wiener Gebäudetypologien (Gründerzeit, Zwischenkriegs-Bau, 1960er-Plattenbau, Nachkriegs-Stadterweiterung) zeigen, dass kombinierte passive Maßnahmen — außenliegende Verschattung, Bauteilaktivierung der Decken, kontrollierte Nachtlüftung — den jährlichen Kühlbedarf gegenüber dem unsanierten Status quo um 40–60 % reduzieren können, ohne aktive Kühlanlage.
- Außenliegende Verschattung ist der dominante Hebel: bei Wiener Süd-/West-Fassaden bringt Raffstore- oder Markisen-Verschattung allein ein Reduktionspotenzial von 25–35 % in der Spitzenlast; innenliegende Verschattung (Vorhang, Plissee) ist deutlich weniger wirksam, weil die Wärmestrahlung bereits im Raum ist.
- Nachtlüftung wirkt im Wiener Klima nur eingeschränkt: in Hitzeperioden mit Tropennächten > 20 °C verschwindet das nutzbare Temperaturgefälle, sodass passive Querlüftung allein nicht mehr genügt — Bauteilaktivierung mit Niedertemperatur-Quellen (Grundwasser, Erdsonden, Donau-/Wienfluss-Wasser) gewinnt an Bedeutung.
- Der Wiener Bestand ist im EU-Vergleich teilweise gut aufgestellt (massive Außenwände, hohe Speichermasse), aber Sanierungs-Pakete der THEWOSAN- und BeRTA-Linien optimieren bisher primär Heizungs-, nicht Kühl-Performance — methodisch fehlt eine ganzjährige Bewertung, die Heiz- und Kühl-Bedarf gemeinsam minimiert.
Relevance for WFK
AT-Secondary für WFK-2.2.1: liefert die wissenschaftliche Basis für die These, dass der Kühlbedarfs-Anstieg in Wien nicht zwingend in proportional steigender aktiver Kühlung resultieren muss — passive Strategien tragen einen substanziellen Anteil. Komplementär zu 2024-cluster2-stadt-wien-ma20-kuehlbedarfsprognoseWien (Programm-Sicht) und 2023-ma22-stadtklima-energieflussmodelleWien (Niedertemperatur-Quellen).
Verified-Status
peer-reviewed (BOKU-Working-Paper-Serie, externe Begutachtung). Lizenz: green OA. Refresh-Frequenz: laufend, BOKU publiziert in dem Themenfeld kontinuierlich.
Zitiert in 0 Forschungsfragen
Diese Quelle wird aktuell in keinem Forschungs-Brief zitiert.
Quelldatei
sources/2024-cluster2-boku-passive-cooling-strategies-vienna.md
Auf GitLab anzeigen (raw)